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Welpen als Billigware

Das unbarmherzige Millionengeschäft

Der illegale Welpenhandel boomt, trotz Aufklärung - (c) VIER PFOTEN

Es geschieht jeden Tag. Viel zu junge, schwache und kranke Hunde werden günstig an gutgläubige Menschen verkauft. Ein Ende scheint noch weit entfernt zu sein.

Ein Millionengeschäft - das liest und hört man über den illegalen Welpenhandel immer wieder. Ähnlich lukrativ wie der Drogenhandel soll er sein. Im großen Stil soll er betrieben werden. Aus dem Ausland, in erster Linie aus den osteuropäischen Ländern, sollen Hundewelpen täglich auf die Reise in ihre Bestimmungsorte geschickt werden. Ja, das ist in der Tat so.

Aber was ist so schlimm daran und warum trägt der Handel mit Welpen den Zusatz illegal? Nun, illegal bedeutet nichts anderes als gesetzeswidrig oder ungesetzlich. Folglich geht einiges in dem Geschäft nicht mit rechten Dingen zu. Es wird munter gelogen, betrogen und ohne jegliche Gewissensbisse ein unsägliches Tierleid erzeugt. Dem Käufer eines Welpen wird glaubhaft vermittelt, dass das Tier aus einer liebevollen Aufzucht stammt, gesund und gut sozialisiert sowie vorschriftsmäßig geimpft und entwurmt sei. Demnach ist es gegen die Krankheiten Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose geschützt. Dazu müsste der Welpe aber auch alt genug sein, um geimpft zu werden. Und das genau ist der Knackpunkt.

Um diese hohen Gewinne einzufahren, müssen die Produktionskosten günstig sein und die Welpen möglichst jung verkauft werden. Das bedeutet, sie werden sehr früh von der Mutter getrennt Manchmal schon mit 3 Wochen, oftmals zwischen 4 und 6 Wochen. In dem Alter sind sie zu jung, um geimpft zu werden. Dann werden die viel zu jungen Hunde in Transportkäfige gesteckt und unter widrigsten Bedingungen oftmals hunderte Kilometer weit transportiert. Je mehr Tiere pro Transport, desto besser, weil lukrativer. Zwar werden nur die Welpen ausgewählt, die den Eindruck erwecken, dass sie die Fahrt überstehen, dennoch kommen nie alle Tiere lebend an. Der Schwund ist jedoch einkalkuliert. Oftmals werden die Hunde vor der Abfahrt „fitgespritzt“, so dass sie bei der Ankunft auch noch munter wirken.

Die Bestimmungsorte können überall in Europa liegen. Abnehmer gibt es mehr als genug, auch hierzulande. Die Händler inserieren die Tiere dann vollmundig im Internet. Sie werden fürs Foto gewaschen und hübsch auf dem Sofa drapiert, damit möglichst viele potenzielle Kunden schon bei ihrem Anblick schwach werden. Im Kontakt mit den Käufern halten sie sich die Händler gerne bedeckt, oft lassen sie noch nicht mal ihren Namen fallen. Die Übergabe des Welpen erfolgt auch gerne an einem anderen Ort und nicht bei dem vermeintlichen Züchter. Um die Leute an andere Orte wie Autobahnraststätten zu locken, werden oft die abenteuerlichsten Ausreden erfunden. Manchmal werden auch extra für die Übergabe Wohnungen mitsamt einem netten, vertrauenswürdig aussehenden Pärchen ausgewählt. Die Preise für einen solchen Rassewelpen sind meist niedrig. So sind Angebote von 300 bis 600 € häufig. Manche Händler haben ihre Preise aber auch angehoben, um den Kunden, der durch diverse Berichterstattungen in den Medien bereits von den Billigwelpen gehört haben könnte, in Sicherheit zu wiegen.

Wer zweifelt, dass es auch hier bei uns so viele Welpenhändler geben soll, die aus dem dem Ausland stammende, in großen Vermehrerställen geborene Hunde verkaufen, sollte einfach einen kurzen Blick auf diverse Verkaufsplattformen im Internet werfen. Spätestens dann wird klar - der Handel blüht. Und somit blüht auch der Betrug. Die verkauften Tiere sind oft schwer krank, viele sterben nach wenigen Tagen. Die Impfpässe sind gefälscht. Ihre Einfuhr ist illegal, da erst gegen Tollwut geimpfte Hunde in andere EU-Länder verbracht werden dürfen. Doch auch dafür sind sie zu jung.

Aber warum tun diese Menschen das? Ganz einfach, weil sie es können. Seit Tschechien, Ungarn und Polen dem Schengenraum beigetreten sind, gibt es auch an diesen Grenzen keine Kontrollen mehr. Dafür gibt es Tierärzte, die in den Handel involviert sind. Sie stellen Blanko-Impfpässe aus, in die nachträglich die fehlenden Angaben zu den Tieren eingetragen werden können. Und es gibt typisch menschliche Eigenschaften, die den Handel beflügeln - Mitleid und Sparsamkeit. Wobei der Mitleidsfaktor in den Welpen produzierenden Ländern selbst eine größere Rolle spielt. So werden auf Märkten, die bei Touristen sehr beliebt sind, beispielsweise im ungarischen Pecs oder in Slubice in Polen, nahe Frankfurt an der Oder, viele Welpen an mitleidige Menschen verkauft. Manchmal werden diese Märkte aber auch mit dem Vorhaben, dort einen Rassewelpen zu erstehen, aufgesucht. Da hat sich dann der Geiz durchgesetzt, gepaart mit einer Portion Ignoranz.

 

Was auch Sie dagegen tun können

Kaufen Sie niemals einen Hund aus Mitleid. Auch wenn es schwerfällt. Sie unterstützen damit die Welpenproduktion
im großen Stil.

Klären sie auch andere Menschen auf. vielleicht möchte ein Bekannter einen Welpen kaufen und weiß nicht wo. Geben sie ihm Tipps.

Schweigen sie nicht. Sind sie Opfer der Welpenmafia geworden, dann melden Sie den Fall unter www.stoppuppytraders.org

Unterstützen sie Organisationen, die gegen den Welpenhandel kämpfen. Vergessen sie auch nicht die Vereine, die sich für Vermehrerhunde einsetzen. z.B. www.ausrangiert-und-abgeschoben.de

Wenn sie einem Hund ein schönes Zuhause auf Lebenszeit geben möchten und können, gehen sie ins Tierheim oder wenden sich an seriöse Tierschutzvereine.

Vorsicht: Immer häufiger werden Mischlingswelpen produziert und als Tierschutznotfall vermittelt.

Geben sie einem ehemaligen Vermehrerhund eine zweite Chance.

Helfen Sie Tierheimen, die durch den Welpenhandel in Not sind.

Ware Hund

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