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Tieren helfen - Teil 2

„Ab in den Urlaub“: Während der Reisezeit herrscht im Tierschutz Hochbetrieb

Wer im Urlaub helfen möchte, kann Tierschützer vor Ort unterstützen - (c) NetAP

Die schönste Zeit des Jahres ist die Hochsaison für Tierschützer. Bei Organisationen, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Ausland haben, steht das Telefon nicht still, da viele besorgte Urlauber um Rat fragen oder um Hilfe für einen Streuner bitten. Gleichzeitig herrscht in deutschen Tierheimen jedes Jahr der Ausnahmezustand, da in der vielbesungenen schönsten Zeit des Jahres tausende Hunde und Katzen ausgesetzt oder abgegeben werden.

Tierfreunde mögen es glauben oder nicht. Es gibt sie öfter als ihnen lieb ist. Die Rede ist von den verantwortungslosen Tierhaltern, die ihre Vierbeiner bei der Urlaubsplanung schlichtweg vergessen. Der Wagen ist gepackt, von den Schwimmflügeln bis zum Surfbrett ist alles dabei und dann steht plötzlich die Frage im Raum: „Was machen wir mit 'Hasso' “? Schwanzwedelnd und aufgeregt steht er da, der „Hasso“. Als er am Baum neben der Raststätte angebunden, dem Auto mit dem Surfbrett auf dem Dach hinterher sieht, wedelt er immer noch.

Was „Hassos“ Besitzer nicht wussten: Das Aussetzen eines Tieres ist gemäß § 3 Absatz 3 des Deutschen Tierschutzgesetzes verboten. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden jedes Jahr geschätzte 70.000 Tiere alleine in den mehr als 500 dem Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen aufgenommen. Meist sind es Hunde und Katzen die kurzfristig entsorgt, also ausgesetzt oder abgegeben werden. Aber auch Kaninchen, Meerschweinchen oder andere Kleinsäuger landen zur schönsten Zeit des Jahres im Tierheim. Aufgrund der „Hochsaison“ in den Tierheimen rät der Deutsche Tierschutzbund tierlieben Menschen dazu, sich bei den Mitarbeitern zu erkundigen, wie während der Sommerferienzeit am besten geholfen werden kann. Im Umkehrschluss hat jeder, der sich überlegt ein Tier zu adoptieren, jetzt gute Chancen das passende Familienmitglied zu finden. Denn jetzt sind die Tierheime voll.

Für Halter, die ihre Tiere vor dem Urlaub aussetzen oder abgeben haben echte Tierfreunde wenig Verständnis. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, mahnt: „Wer sich ein Tier zulegt, trägt die Verantwortung – auch während der Urlaubszeit. Tiere sind keine Wegwerfware, die ich ‚entsorgen‘ kann, sobald sie meiner Urlaubsplanung im Weg stehen.“ Außerdem gibt es genügend Möglichkeiten seinen vierbeinigen Freund während der Ferien gut unterzubringen. So hat der Tierschutzbund zum Beispiel die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ ins Leben gerufen und eine vereinseigene Urlaubshotline eingerichtet. Manchmal ist sogar der Nachbar froh und freut sich, das vierbeinige Familienmitglied zu versorgen. Auch Tierheime nehmen oftmals Pensionsgäste auf und gute Tierpensionen gibt es mittlerweile zu genüge. Entsprechende Internetseiten wie www.tierbetreuung.de, www.tierhelden.de oder www.petcloob.com bieten ebenfalls gute Möglichkeiten eine liebevolle Betreuung für sein Tier zu finden.

Tierschutz am Urlaubsort
Wie Eingangs erwähnt, steht auch bei Tierschützern, die in beliebten europäischen Urlaubsländern wie Italien, Spanien oder Kroatien, oder auch in Ferndestinationen wie der Karibik oder Thailand tätig sind, das Telefon im Sommer kaum still. Denn was Einheimischen und manch resistenten Touristen nicht auffällt, sind die zahlreichen Streunerkatzen- oder Hunde am Ferienort. Viele suchen bei den freundliche Urlaubern nach Streicheleinheiten und hoffen gleichzeitig etwas Essbares zu bekommen.

Natürlich haben dann viele Mitleid und gehen womöglich in den nächsten Supermarkt, um Katzen- oder Hundefutter zu kaufen. Dann wird der freundliche Vierbeiner für zwei Wochen gut verpflegt und geherzt und schließlich alleine gelassen. Dass ihre vermeintlich gute Tat dazu beträgt, das Tierleid zu vergrößern, wissen die wenigsten. Je besser die Streuner genährt sind, desto mehr Nachwuchs bekommen sie. Das ist leider so und kann nicht mit dem Argument, „aber dann ging es dem Tierchen wenigstens für eine kurze Zeit gut“, schön geredet werden.

Nachdem Tierfreunde im Urlaub je nach Ferienort zwangsläufig mit dem ein oder anderen Tierschicksal konfrontiert werden, ist es ratsam sich während der Reisevorbereitungen auf derartige Begegnungen vorzubereiten. So kann man sich erkundigen, welche Tierschutzorganisationen dort tätig ist und wo sich der nächste Tierarzt oder das nächste annehmbare Tierheim befinden. Wer wirklich helfen möchte, kann zum Beispiel das nette Kätzchen, das jeden Tag auf der Veranda steht kastrieren lassen. Dann darf es auch gefüttert werden.

Nachdem bei der schweizer Tierschutzorganisation NetAP – Network for Animal Protection viele Fragen von besorgten Tierfreunden ähnlich lauten, haben die Tierschützer auf ihrer Website einen 10 Punkte Katalog zusammengestellt, der genau erfasst, wie Tierfreunde im Urlaub helfen kann. Dazu gehören auch Dinge, die man tunlichst unterlassen sollte, wie zum Beispiel Elefantenreiten (wir berichteten), Kutschfahrten oder das Kaufen von „Souvenirs“.

Die 10 von NetAP zusammengefassten Verhaltenstipps finden Sie unter diesem Link oder nachfolgend:

1. Unterstützen Sie lokale Tierschutzorganisationen
Erkundigen Sie sich vor oder während Ihrer Reise, ob es an Ihrem Ferienort lokale Tierschutzorganisationen gibt. Die Website worldanimal.net führt eine Liste mit Tierschutzorganisationen weltweit. Auch die lokale Reisevertretung kann Ihnen hierzu vielleicht wertvolle Hinweise geben. Finden Sie heraus, was am dringendsten benötigt wird. Mit Ihrer Spende helfen Sie so am effektivsten vor Ort, um gegen das Tierelend am Urlaubsort anzukämpfen.

2. Geben Sie Ihren Unmut bekannt
Reklamieren Sie bei der Hotel- oder Restaurantleitung, bei Ihrem Reiseveranstalter und bei der entsprechenden Botschaft, wenn Sie Zeuge werden, wie Tiere schlecht behandelt werden. Melden Sie Tierquälerei den örtlichen Behörden oder der Polizei. Dokumentieren Sie diese Begebenheiten mit Fotos und notieren Sie Ort, Datum und Sachverhalt. Alle Urlaubsländer sind auf Touristen angewiesen und achten auf ihr Image nach außen. Je mehr Menschen Tierleid anprangern, desto eher ändert sich etwas. Denken Sie nie, dass Sie allein nichts bewirken können. Reagieren Sie und leisten Sie Ihren Beitrag!

3. Kastration statt Fütterung
Fütterungsaktionen sind zwar gut gemeint und erfreuen für einen kurzen Moment manch Katzen- und Hundeherz, tragen aber leider auch zu einer schnelleren Vermehrung bei. Unzählige Straßenkatzen und Straßenhunde werden nach der Touristensaison entsorgt, erschlagen, vergiftet, erschossen. Kümmern Sie sich um die Kastration der Tiere an Ihrem Ferienort. So leisten Sie den größten Beitrag zum Tierschutz. Kastrierte Tiere dürfen auch gefüttert werden. Sprechen Sie mit lokalen Tierschutzorganisationen oder der Hotelleitung. Oft werden kastrierte Katzen gekennzeichnet (zum Beispiel mit dem Coupieren der Ohrspitze während der Narkose), so dass sie eine echte Überlebenschance erhalten. Vielleicht ist die Hotelleitung im Anschluss sogar bereit, die nun kastrierten Tiere auf dem Areal zu dulden und zu versorgen.

4. Keine Tiere oder Tierteile als Souvenir
Tiere oder Teile von Tieren werden den Touristen allzu gerne als Souvenirs angepriesen. Schlüsselanhänger mit Babyalligatorenköpfen, aufgespießte Schmetterlinge, präparierte Schlangen lassen das Tierleid rasch erkennen. Viele Souvenirs sind aber nicht auf den ersten Blick als tierische Produkte erkennbar. Armbänder aus Elefantenhaaren, Ohrringe aus Schildkrötenpanzer, Bilder aus Muscheln uvm. werden angeboten und erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. "Medikamente" und "Potenzmittel" tierischer Herkunft lassen manchen Touristen glauben, er sei nach der Einnahme gesünder oder potenter. Hände weg von allen Dingen tierischer Herkunft. In aller Regel haben sie enormes Tierleid verursacht und der Verkauf bestätigt dem Händler, dass er dringend Nachschub braucht - das Leid geht weiter und weiter. Außerdem besteht das Risiko, dass die Einfuhr des Souvenirs verboten ist und die Ware am Zoll beschlagnahmt wird. Machen Sie Fotos von der Flora und Fauna in den Ferien und erfreuen Sie sich daran.

5. Keine Tiere zur Unterhaltung
Kulturelles gehört für manchen Touristen einfach zum Feriengenuss. Viele Sitten und Gebräuche verursachen Tierleid und gehören boykottiert, weil die Tiere unnötigen Leiden ausgesetzt und kaum je artgerecht gehalten werden. Manche Veranstaltungen führen gar zum Tod des Tieres.
Boykottieren soll man insbesondere
Stierkämpfe, Bärenkämpfe, Hundekämpfe und andere Kämpfe zwischen Tieren oder zwischen Mensch und Tier
Zirkusvorstellungen oder Shows mit Wildtieren
Pferde- und Hunderennen
Tanzbärendarstellungen
Foto-Sessions mit Tieren
Elefantentrekking, Elefantenfütterungen

6. Tiere auf dem Markt
Auf den lokalen Märkten ist das Angebot an Tieren in der Regel sehr groß. Ob Hundewelpen, Kätzchen, Vögel, Kaninchen oder Schildkröten - fast alles wird feilgeboten. Sehr oft sind die Tiere krank, sind in viel zu kleinen Käfigen gehalten, der Witterung schutzlos ausgesetzt und leiden offensichtlich vor sich hin. Ein Tier aus so einer misslichen Lage zu befreien, bedeutet viel für das einzelne Tier. Leider kurbeln Sie damit auch den Umsatz des Verkäufers an, der sich erst recht bestätigt fühlt in seinem Tun und möglichst rasch für Nachschub sorgt. Anstelle eines Kaufes, wenden Sie sich an die örtlichen Behörden oder Tierschutzorganisationen. In vielen Ländern gibt es durchaus Tierschutzgesetze, es mangelt einfach an deren Durchsetzung. Beachten Sie: Der Käufer bestimmt immer das Angebot, deshalb Hände weg von einem Kauf. Machen Sie Ihrem Unmut aber Luft und machen Sie klar, dass Sie hier bestimmt nie kaufen, gerade wegen der schlechten Haltung!

7. Achtung beim Tierimport
Natürlich ist die Versuchung groß, eines der notleidenden Tiere mit nach Hause zu nehmen. Bevor Sie einen solchen Schritt wagen, müssen Sie aber sicher sein, dass das Tier auch einen artgerechten Lebensplatz in Ihrem Heimatland erhält. Tiere einfach importieren, damit sie dann an Ihrem Heimatort im Tierheim landen, bringt nichts. Außerdem müssen Sie sicher sein, dass das Tier keine Krankheiten mitbringt, die allenfalls auf andere Tiere oder den Menschen übertragen werden können. Und schließlich gibt es auch noch diverse Vorschriften zu beachten, sei es bezüglich Transport oder Zoll. Erkundigen Sie sich beim Bundesamt für Veterinärwesen über die neusten Bestimmungen.

8. Kutschenfahrten und Ausritte meiden
So romantisch die Kutschenfahrt durch die Altstadt oder der Ausritt am Strand sind, meistens gehen solche Vergnügen zu Lasten der Tiere. Medizinische Versorgung, Hufpflege, richtige Ausrüstung, genügend Futter und Wasser, Ruhezeiten - oft fehlt es an allem. Hinzu kommt, dass wenn auch oft ohne böse Absicht, viele Touristen keine Ahnung vom Reiten haben, sich schwere Menschen auf leichte und geschwächte Tiere setzen, unkontrolliert an den Zügeln ziehen und damit die empfindlichen Mäuler der Tiere verletzen. Wenn Sie keine Ahnung haben von diesen Tieren, lassen Sie den Ausritt oder die Kutschfahrt sein. Wenn Sie Ahnung haben von den Tieren, kontrollieren Sie vorher die Verfassung der Pferde und das Material. Gibt es etwas zu beanstanden, reklamieren und sagen Sie, dass Sie deshalb auf den Ausritt oder die Fahrt verzichten. Ist wirklich alles in Ordnung haben Sie glücklicherweise jemanden erwischt, dem sein Tier offenbar wirklich ein Partner ist und dessen Unterstützung sich lohnt.

9. Halten Sie die Umwelt rein
Umweltschutz heißt Tierschutz. Touristen sind für Flora und Fauna oft eine riesige Belastung, sowohl an Land wie auch im Wasser. Wenn Sie sich an folgende Empfehlungen halten, hinterlassen Sie am wenigsten negative Spuren an Ihrer Feriendestination:

Erkundigen Sie sich nach den Müllentsorgungsmöglichkeiten. Gibt es keine, wie zum Beispiel auf verschiedenen Inselstaaten, nehmen Sie Ihren persönlichen Müll wieder mit nach Hause, insbesondere Batterien, Kosmetikflaschen und andere Dinge. Ihr Müll landet sonst im Meer und begegnet Ihnen vielleicht beim nächsten Tauchgang wieder.

Berühren Sie keine Meereslebewesen, weder Fische, Schildkröten oder Korallen. Korallen sind lebendig und brauchen viele Jahre um zu gedeihen; eine auch unabsichtliche Berührung reicht oft bereits für deren Absterben aus. In der Unterwasserwelt gelten Sie als der Eindringling. Schauen Sie und bewundern Sie, aber hinterlassen Sie keine nachhaltigen Spuren!

Zigarettenkippen gehören NIE auf den Boden oder ins Wasser. Ein Zigarettenfilter benötigt 200 Jahre, um von der Natur abgebaut zu werden. Bis dahin ist er längst von neugierigen Tieren gefressen worden, die daran elendiglich zu Grunde gehen.

Sparen Sie auch in den Ferien Energie und benützen Sie Wasser, Licht und Klimaanlage nur, wenn Sie sie wirklich brauchen.

Achten Sie darauf, was Sie essen. Das Frühstücksei stammt sehr oft aus der Legebatteriehaltung, die Sie Zuhause verurteilen würden. Das Fleisch ist vermutlich ebenfalls aus einer Massentierhaltung. Fragen Sie nach Bio-Produkten. Auch hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein!

10. Seien Sie Vorbild
Verhalten Sie sich am Ferienort so, wie Sie es sich von den Touristen in Ihrem Heimatland wünschen und machen Sie auch andere auf Dinge aufmerksam, die den Tieren oder der Natur schaden könnten.

Die "Don'ts" im Urlaub

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