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Tierheime

Ohne sie geht es nicht

Der schöne und zurückhaltende Berry wartet im Tierheim Wau-Mau-Insel Kassel auf seine Menschen - (c) CHICO

Sie werden oftmals als selbstverständlich wahrgenommen. Das was Tierheime tagtäglich im Verborgenen leisten, ist jedoch alles andere als selbstverständlich und kann nicht hoch genug bewertet werden.

Jedes Jahr zu Beginn der Reisezeit weisen die Medien brav darauf hin, dass nun wieder vermehrt Haustiere ausgesetzt werden. Dann wird sich kräftig über die Verantwortungslosigkeit solcher Tierbesitzer geärgert und sich gefreut, dass es Tierheime gibt, die verlassene Vierbeiner aufnehmen. Der Deutsche Tierschutzbund, der sich als Dachverband für die Belange von rund 550 ihm angeschlossenen Tierheimen einsetzt, spricht von 70.000 Tieren, die dann ihr Zuhause verlieren. Manchmal ist es auch ein schlimmer Fall von Animal Hoarding, der punktuell das Medieninteresse weckt und die sonst eher im verborgenen stattfindende Arbeit eines Tierheims und seines Trägervereins kurzfristig ins Rampenlicht rückt.

Dann fällt plötzlich auf, was Mitarbeiter und Ehrenamtliche leisten. Gleichzeitig zu einer großen Schar an Vierbeinern, die oftmals krank sind und intensiver Pflege bedürfen, finden sich vom ersten Tag an nicht wenige Adoptionswillige ein. Und das, obwohl noch lange nicht klar ist, wann die Tiere überhaupt vermittelt werden können. Aber auch das wissen die Tierschützer zu managen. Angesichts solcher Fälle, wird auch so manchem klar, dass Tierschutz weder Uhrzeit, noch Sonn- oder Feiertage kennt. Selbst wenn die Flutwelle der Aufmerksamkeit abgeebbt ist und der normale Tierheim-Alltag wieder Einzug gehalten hat, weiß man nie, was der nächste Tag bringt.

Vielleicht kommt ein alter Hund, der sein Herrchen verloren hat, an und leidet furchtbar. Weil er sich überhaupt nicht zurechtfindet und sehr verunsichert ist, ob der ungewohnten Situation, nimmt ihn eine gute Seele unter den Gassigehern, Katzenvorlesern, Tierärzten oder Pflegern über Nacht mit nach Hause. Vielleicht werden die Tierschützer auch gebeten mit ihrer Katzenfalle auszurücken, um eine trächtige halbwilde Samtpfote einzufangen. Die Kleinen könnten dann im Tierheim zur Welt kommen. Die Mutterkatze würde kastriert und wieder in ihr Revier zurück gebracht werden, wenn die Kitten alt genug sind. Ihre Jungen würden dann gezähmt und anschließend vermittelt werden. Falls sie sich im Außengehege wohl fühlt, kann sie auch bleiben.

Oder jemand bringt einen verletzten Igel als Opfer eines unbedachten Hobbygärtners und seines Eckenschneiders vorbei. Fast zeitgleich bringt die Feuerwehr zwei junge Wildkaninchen, die von einem Grünstreifen an einer Schnellstraße gerettet wurden. Und weil das noch nicht genug ist, kommen noch ein paar kleine Eichhörnchen dazu, die im Wald gefunden und einfach mitgenommen wurden. Eichhörnchen, Kaninchen und Igel werden selbstverständlich in der Wildtierstation des Tierheims aufgenommen und fachgerecht aufgepäppelt, bevor sie wieder ausgewildert werden.

Zwischen dem alltäglichen Trubel und dem trotzdem strikt eingehaltenen Tagesablauf, der wichtig ist, um den Schützlingen feste Ruhezeiten einzuräumen, werden noch schnell Bilder fürs Internet gemacht. Schließlich möchte die Community auf dem Laufenden gehalten werden. Umgekehrt ist der Kontakt zu Tierfreunden über das Netz heutzutage enorm wichtig. All diese Tiere, ob nun Hund, Katze, Kaninchen, Eichhörnchen oder Igel, haben Glück, dass es Einrichtungen gibt, die ihnen in der Not helfen und auch in der Lage sind, das zu tun, was sich tagtäglich tun. Denn die Arbeit mit in Not geratenen Vierbeinern oder auch Zweiflüglern bedarf eines hohen Maßes an Wissen und Professionalität.

Einen Eckpfeiler dafür bildet der verpflichtende Sachkundenachweis nach Paragraph 11 Tierschutzgesetz für Räumlichkeiten und die fachlich fundierte Betreuung der Tiere. Nichtsdestotrotz gibt es immer zwei Dinge, die Tierschutzvereinen, die ein eigenes Tierheim betreiben, immer fehlen: Zeit und Geld. Im Tierheim ist jeder Schützling immer einer von vielen. Darunter gibt es in jedem Tierheim Vierbeiner, die mehr Pflege oder Aufmerksamkeit benötigen. Deshalb sind ehrenamtliche Helfer für jede Einrichtung essenziell. Ohne sie würde das Konzept nicht funktionieren und es könnte nicht allen in Not geratenen Tieren geholfen werden.

Dabei muss sich niemand verpflichtet fühlen mit der Dogge aus Block B Gassi gehen zu müssen. Es gibt in jedem Tierheim viele wertvolle Aufgaben, die ausgefüllt werden können. So freuen sich Katzen über Streicheleinheiten und Vorlesestunden, die Tierpfleger freuen sich über eine helfende Hand beim sauber machen und für das nächste Sommerfest müssen bestimmt ganze viele Kuchen gebacken werden. Und vielleicht entdeckt der ein oder andere dann, dass es ihm viel Freude bereitet zu helfen und engagiert sich nach und nach immer mehr. Der Tierschutz braucht engagierte Menschen, ansonsten wären die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen.

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