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Das „Paderborner Modell“

Erste Verordnung zur Kastrationspflicht von Freigängerkatzen

Herrenlose Katzen haben ein schweres Los gezogen - (c) NetAP

In Sachen Katzenschutz übernahm die nordrhein westfälische Stadt Paderborn im Jahr 2008 eine wichtige Vorreiterrolle. Nach einem Stadtratsbeschluss erließ die Ordnungsbehörde folgende Verordnung zur humanen Eindämmung des Katzenelends: „Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen. Als Katzenhalter/in im vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.“

Dieser Verordnung war die traurige Tatsache voraus gegangen, dass die Zahl der herrenlosen Katzen trotz zahlreicher Kastrationen durch örtliche Tierschutzvereine zunahm. Somit sah sich die Stadt gezwungen, geeignete Maßnahmen an anderer Stelle zu ergreifen. Zudem konnten die Behörden durch die Arbeit des Vereins aktion tier – menschen für tiere, der 2002 das „Projekt Kitty“, ein deutschlandweites Hilfsprojekt für Streunerkatzen, ins Leben gerufen hatte, auf zuverlässige Bestandszahlen zurückgreifen. Auch der vom örtlichen Tierheim verhängte Aufnahmestopp von herrenlosen Samtpfoten aufgrund nicht mehr vorhandener Kapazitäten trug zu dem wegweisenden Vorstoß in die richtige Richtung bei.
 
Schon bald interessierten sich andere Städte und Gemeinden für die mittlerweile als „Paderborner Modell“ bekannt gewordene, behördlich verordnete Maßnahme zur Bekämpfung des Katzenleids. Laut einer Aufstellung des Deutschen Tierschutzbundes nahmen sich bis Ende 2014 weitere 256 Städte und Gemeinden ein Beispiel an dem besagten „Paderborner Modell“ und führten ebenfalls eine allgemeine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht von Katzen mit Freigang ein. Ein Großteil dieser Städte und Gemeinden sind in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu finden.

Was in Deutschland zumindest punktuell gegen das Katzenelend getan wird, haben die Nachbarn Österreich und Belgien zur Ländersache erklärt. So existiert in Österreich bereits seit dem 1. Januar 2005 eine gesetzliche Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang. Auch Landwirte müssen ihre eigenen Samtpfoten kastrieren lassen und selbst reine Wohnungskatzen dürfen nicht vermehrt werden. Lediglich Katzen aus einer registrierten Zucht dürfen Nachwuchs bekommen. Bei der Nichteinhaltung der Kastrationspflicht drohen Geldstrafen von 50 bis zu empfindlichen 3750 Euro.


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