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Mit 211 Jahren getötet

Ein Grönlandwal ist der älteste je gefangene Meeressäuger

Grönlandwale sind langsame Schwimmer - auch diese Walart wurde intensiv bejagt - (c) Ansgar Walk

Wale können sehr alt werden – wenn der Mensch sie lässt. Bei einem von Walfängern getöteten Grönlandwal bestimmten Forscher das Alter des Tieres auf 211 Jahre. Wie alt er wohl geworden wäre, hätte er eines natürlichen Todes sterben dürfen, bleibt ein Geheimnis.

Die ausschließlich in den arktischen Gewässern in der nördlichen Hemisphäre vorkommenden Grönlandwale sind damit die langlebigsten Säugetiere der Erde. Sie gehören zur Unterordnung der Bartenwale, werden im Durchschnitt 14 bis 18 Meter lang und besitzen einen Schädel, der bis zu 40 Prozent ihrer Gesamtkörperlänge ausmacht. Mit diesem können die Säugetiere eine bis zu 30 Zentimeter dicke Eisschicht durchbrechen.

Als der besagte und höchst betagte „Bowhead Whale“, wie die englische Bezeichnung lautet, den Walfängern Ende des 20. Jahrhunderts in die Hände fiel, ahnte noch niemand, was es Besonderes mit dem Tier auf sich hat. Bis der am Scripps Institut für Ozeanographie in La Jolla, Kalifornien, tätige Meereschemiker Jeffrey Bada anhand der in Augenlinsen befindlichen Asparginsäure, sein biblisches Alter herausfand. Für seine Untersuchungen zur Altersbestimmung ließ er sich 48 tiefgefrorene Augäpfel von Grönlandwalen zuschicken, die zwischen 1978 und 1997 getötet wurden. Mittels der Veränderungen in der zu den Aminosäuren zählenden Asparginsäure fand Jeffrey Bada heraus, dass vier der 48 Wale zwischen 135 und 180 Jahre alt waren und einer die magische Grenze von 200 Jahren überschritt.

Und es gibt sogar noch weitere Beweise für die hohe Lebenserwartung der Wale. So untersuchte der Biologe Craig George von der Behörde für Wildtiermanagement in Barrow, Alaksa, Ende der 90iger Jahre für ein Forschungsprogramm der Internationalen Walfangkommission (IWC) einige von den Ureinwohnern am Nordpolarmeer, den Inupiats, erlegten Grönlandwale. Bei seinen Untersuchungen fand er in das Fleisch eingewachsene Steinharpunen, die bereits seit 1860 kaum mehr zum Einsatz kamen.

Im Mai 2007 entdeckten Walfänger im Schulterblatt eines Grönlandwals die Überreste einer Harpunenspitze, die in den 1880er Jahren hergestellt wurde, wie Forscher herausfanden. Nachdem in diesen Jahren kaum Walkälber erlegt wurden, könnte auch dieser Meeresbewohner rund 130 Jahre geworden sein.

Bei diesen aufgeführten Beispielen von Walen, die gut und gerne als die Methusalems der Säugetiere bezeichnet werden können, drängt sich die Frage auf, wie diese Tiere den Walfängern über Jahrhunderte lang entkommen konnten? Zumal auch der Grönlandwal durch den kommerziellen Walfang an den Rand der Ausrottung gebracht wurde und als langsamer Schwimmer, der sich bevorzugt in Küstennähe aufhält, bereits seit dem 17. Jahrhundert intensiv bejagt wurde. Nun, durch Zufall fanden Biologen um David Boertmann von der Universität Aarhus heraus, dass sich zumindest einige Grönlandwale während der Walfangsaison in Regionen zurückziehen, in die Walfänger nicht vordringen können. Sie halten sich in dichtem Packeis auf und können auf diese Art und Weise überleben. Eigentlich wollten die Forscher an der Nordostküste Grönlands Walrösser zählen.

Nachdem lange Zeit angenommen wurde, dass Wale höchstens 30 bis 40 Jahre alt werden, ist man heute schlauer. So steht fest, dass auch andere Walarten über 100 Jahre alt werden können. Rein theoretisch zumindest.

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