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Schau mir in die Augen!

Blickkontakt zwischen Hund und Halter setzt „Kuschelhormon“ frei

Ein tiefer Blickkontakt verstärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund - (c) Roman Gorielov - Fotolia.com

Hundefreunde kennen ihn und sind ihm oftmals hilflos ausgeliefert: Dem treuen Hundeblick. Nun haben Forscher herausgefunden, dass dieser vielsagende Hundeblick sogar Auswirkungen auf den menschlichen Hormonhaushalt hat. Er bewirkt nämlich die Freisetzung des als „Kuschelhormon“ bezeichneten Oxytocins.

Dabei beruht dieser angenehme Nebeneffekt des tiefen Blickkontaktes zwischen Mensch und Hund sogar auf Gegenseitigkeit. Denn auch beim treuen Vierbeiner wird beim Blick in die Augen von Frauchen oder Herrchen Oxytocin ausgeschüttet. Dieser beidseitige Hormonschub festigt die Bindung zwischen den beiden Gefährten, und das natürlich nicht erst, seit die Wissenschaftler der Azabu Universität im japanischen Kanagawa diesem „hormonellen Geplänkel“ auf die Schliche gekommen sind, sondern vermutlich bereits seit tausenden von Jahren. Das berichten die Forscher um Miho Nagasawa jüngst im amerikanischen Wissenschaftsmagazin „Science“.   

Grundsätzlich ist bekannt, dass das Hormon Oxytocin bei angenehmen Körperkontakten wie Umarmungen, Zärtlichkeiten oder Massagen ausgeschüttet wird. Auch beim Blickkontakt zwischen Müttern und ihren Kindern spielt das „Kuschelhormon“ nachweislich eine bedeutende Rolle, denn es verstärkt ihre Beziehung zueinander. Weil die japanischen Forscher brennend interessierte, ob dies bei Hunden und Menschen ebenso der Fall ist, ließen sie Hunde und ihre Besitzer jeweils eine halbe Stunde zu zweit in einem Raum verbringen. Bevor sie den Raum betraten und nach dem Verlassen des Raumes mussten Hund und Frauchen oder Herrchen eine Urinprobe abgeben, woraus der Oxytocin-Gehalt analysiert wurde.

So fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Paare, die sich am längsten und häufigsten in die Augen sahen auch entsprechend höhere Oxytocin-Werte aufwiesen. Bei dem gleichen Versuch zwischen Menschen und von ihnen aufgezogenen Wölfen konnte eine Erhöhung des „Kuschelhormons“ bei Blickkontakten nicht nachgewiesen werden. „Dies deutet darauf hin, dass Menschen eine ähnliche Zuneigung zu ihren Hunden empfinden können wie gegenüber einem Familienmitglied. Deshalb aktiviert der Augenkontakt die Oxytocin-Systeme", folgern die Forscher.

Die Wissenschaftler sind nach ihren Untersuchungen der Ansicht, dass eine Art sich selbst verstärkende hormonelle Wechselwirkung zwischen Mensch und Hund existiert. Je länger sich die Paare  in die Augen sehen, desto höher ist die Oxytocin-Ausschüttung. Dadurch fühlen sich die Hunde und ihre Besitzer stärker miteinander verbunden und suchen als direkte Folge wieder verstärkt Blickkontakt zueinander.  Miho Nagasawa und seine Kollegen glauben sogar, dass der die Bindung fördernde Augenkontakt bei der Entstehung der engen Beziehung zwischen Mensch und Hund eine gewisse Rolle gespielt haben könnte.

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