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Nur kein Stress

Magnesium wirkt auf Pferde nachweislich entspannend

Magnesium hilft bei Verspannungen und schreckhaftem Verhalten - (c) Chico

Wenn der Rücken des vierbeinigen Partners zwickt oder die Nervosität des Pferdes überhand zu nehmen scheint, greifen viele Besitzer zur Wunderwaffe Magnesium. Nun konnte anhand einer neuen Studie die entspannende Wirkung auf die Fluchttiere nachgewiesen werden.

Forscher um die Doktorandin Jessica Dodd von der Charles Sturt Universität im australischen Bundesstaat New South Wales untersuchten jüngst die Auswirkungen einer erhöhten Zufütterung von Magnesium auf die Reaktionsschnelligkeit von sechs Vollblutpferden. Nach der Gabe von 10 g Magnesium zusätzlich zur täglichen Rau- und Kraftfuttermenge, die den Tagesbedarf des wichtigen Mineralstoffes bereits ausreichend abdeckte, ermittelten die Wissenschaftler bei den Pferden eine Verringerung der allgemeinen Reaktionsschnelligkeit um mehr als ein Drittel. Ohne die Zufütterung des Mengenelements lag die Reaktionszeit bei durchschnittlich 5,3 Metern pro Sekunde. Mit dem Plus an Magnesium verringerte sie sich auf 3,1 Meter pro Sekunde.

In einem Artikel des amerikanischen Magazins The Horse kommt im Zuge eines Artikels über die Forschungsergebnisse auch Amber Moffett, Forschungs- und Entwicklungsmanagerin bei einem großen US-Futtermittelhersteller zu Wort. Nachdem zwar bereits seit einigen Jahren bekannt gewesen sei, dass Magnesium entspannend auf Pferde wirke, haben die Forscher mit ihrer Studie erstmals wissenschaftliche Erkenntnisse geliefert, die einen Einfluss des Mengenelements Magnesium auf das Pferdeverhalten untermauern. Amber Moffet denkt sogar, dass die Studie Hersteller dazu veranlassen könnte, Magnesium Aspartat (eine ionisierte Form des Magnesiums) vielen Pferdefuttersorten beizufügen, um ein entsprechend ruhiges und entspanntes Verhalten zu fördern.

Bisher gingen Fachleute oftmals davon aus, dass das Einsetzen von Magnesium als „Beruhigungsmittel“, das die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven herabsetzt, nur dann funktioniert, wenn bei dem Pferd ein Magnesiummangel vorliegt und sich das Tier deshalb sehr nervös und schreckhaft zeigt.

Neben der Schreckhaftigkeit und Verspanntheit kann ein Mangel des auch für Pferde lebenswichtige Minerals die verschiedensten Beschwerden hervorrufen. So können auch eine allgemeine Mattigkeit und Arbeitsunlust eine direkte Folge des Magnesiummangels sein. Außerdem zählen angelaufene Beine, Kreislaufprobleme, vermehrtes Schwitzen, eine schwere Atmung und sogar Verdauungsprobleme zu den möglichen Symptomen.

Auch bei Pferden hängt der Bedarf von Gewicht und Leistung ab. Normalerweise sollte bei einer guten und ausgewogenen Ernährung genügend Magnesium aufgenommen werden. Allerdings kann es schon zum Problem werden, wenn Koppeln zu stark gedüngt werden oder das gefütterte Heu von solch überdüngten Wiesen stammt. Zudem kann ein Überschuss an Kalzium einen Magnesiummangel auslösen.

Junge sowie ältere Pferde haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium, der nicht immer durch die normale Fütterung mit Rauh- und Kraftfutter abgedeckt werden kann. Daher empfiehlt sich im Zweifel immer die Zugabe von Magnesium. Ebenso verhält es sich bei Tieren, die erhöhten Stresssituationen ausgesetzt sind. Das kann der Beginn der Turniersaison sein oder ein Stallwechsel. Auch Zuchtstuten und Sportpferde benötigen mehr als die empfohlenen 15 mg/kg Körpergewicht.  Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann von seinem Tier ein großes Blutbild machen lassen. Anhand dessen kann der Tierarzt sehen, ob ein Mangel vorliegt.

Bei einer bereits 2008 in den Niederlanden durchgeführten Untersuchung von hunderten Blutproben, die Pferdehalter eingeschickt hatten, weil sie den Verdacht hatten, mit ihrem Tier stimme etwas nicht, lag der Magnesiumwert bei 55 Prozent der Proben unter der Norm. Darauf untersuchte ein Ernährungswissenschaftler das Rauhfutter sowie das Kraftfutter in über 100 niederländischen Ställen und fand heraus, dass 46 Prozent des Rauhfutters zuwenig Magnesium enthielt. Anhand der Kraftfutterproben konnte nachgewiesen werden, dass über 50 Prozent zuwenig Magnesium enthielten, dafür aber einen zu hohen Anteil an Kalzium. Durch die gemeinsamen Bindungsstellen von Kalzium und Magnesium wird letzteres bei einem Kalziumüberschuss verdrängt und es entsteht ein Mangel.  

Nachdem der Mineralstoff  insgesamt von elementarer Bedeutung für Muskulatur, Knochen und Sehnen sowie die allgemeine Leistungsfähigkeit ist, sollte jeder Pferdehalter darauf achten, dass sein Tier optimal mit dem Magnesium versorgt ist.

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