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Niemals alleine halten

Kaninchen verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten

Zu zweit ist das Leben viel schöner - (c) lupolucis - Fotolia.com

Auch heute ist die Einzelhaltung von Kaninchen keine Seltenheit. Deshalb gleich vorweg: Für die sozialen Tiere ist das ein einziger Horrortrip. Wenn sie ohne Artgenossen, womöglich noch in einem Käfig leben müssen, verkümmern sie seelisch. Das böse Wort Tierquälerei ist in dem Zusammenhang durchaus angemessen.

Wilde Kaninchen leben in sozialen Verbänden, in sogenannten Kolonien. Diese bestehen in der Regel aus einem dominanten Rammler, mehreren Weibchen und deren Jungtieren. Dabei ist die Interaktion in der Gruppe ungeheuer wichtig für die Tiere. Dazu gehört zum Beispiel die gegenseitige Fellpflege oder eine ausgedehnte Kuscheleinheit. Da Kaninchen ihre Artgenossen brauchen, müssen sie mindestens zu zweit gehalten werden.

Dabei ist die Kombination aus kastriertem Rammler und einer Häsin am einfachsten und wird von Experten empfohlen. In dieser Konstellation ist die Chance für ein soziales Gleichgewicht zwischen den Tieren sehr hoch. Da sich gegengeschlechtliche Kaninchen nicht als Konkurrenten sehen, ist das Zusammenleben meist harmonisch. Dagegen sind bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufgrund der Konkurrenzsituation Streitereien vorprogrammiert. Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit einer Zusammenführung mit einem gegengeschlechtlichen Tier. Wenn genügend Platz vorhanden ist, steht auch einer Gruppenhaltung nichts im Wege. Denn wie oben beschrieben, ist eine Gruppe von mehreren Kaninchen am artgerechtesten, da sie in freier Wildbahn ebenfalls in kleinen Kolonien zusammenleben. Damit eine Gruppe funktioniert sollten mehr Häsinnen als Rammler vorhanden sein.  

Die Zusammenführung von zwei sich fremden Kaninchen ist fast immer eine etwas heftigere Angelegenheit. Dass sich zwei Tiere von Anfang an verstehen und akzeptieren ist ausgesprochen selten. Da Kaninchen sehr territorial sind, kommt es bei ersten Begegnungen mit fremden Artgenossen dementsprechend immer zu Kämpfen. Im Kampfmodus fauchen sie sich an, jagen sich beißen, rammeln oder rupfen sich das Fell aus. Aber keine Angst, das ist vollkommen normal, schließlich muss von Beginn an die Rangordnung geklärt werden. Da sich die obligatorischen Streitereien auch um das Revier drehen, empfiehlt es sich, die erste Zusammenführung auf neutralem Boden stattfinden zu lassen. Nun muss der Halter zwar ein Auge auf die Tiere werfen, ansonsten aber den Dingen ihren Lauf lassen. Die Auseinandersetzungen können sich auf  Tage bis Wochen ausdehnen, darauf sollte sich der Halter bereits vor der Vergesellschaftung einstellen.  Nur wenn es zu sehr ernsthaften Verletzungen kommt, ist ein Eingreifen notwendig.

Fangen die Kaninchen an miteinander zu kuscheln oder gemeinsam zu fressen, hat sich die aufregende Zeit gelohnt. Erst dann sollten die Tiere in ihr eigentliches Gehege gebracht werden. Grundsätzlich ist dabei zu bedenken, dass Kaninchen sehr bewegungsfreudig sind und ausreichend Platz benötigen. Kommen die Tiere in ihr eigentliches Revier, dauert es meistens wieder eine gewisse Zeit, bis Ruhe und Harmonie einkehrt. Es hilft, wenn das Gehege, bevor beide Tiere gleichzeitig hinein gesetzt werden, gereinigt ist und vielleicht auch die Einrichtung anders angeordnet ist. Nach einer gelungenen Vergesellschaftung darf sich der Nervenstarke Kaninchenbesitzer dann genüssliche an den herrlichen Bildern der miteinander agierenden Tierchen erfreuen.

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