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Pferde

Jakobskreuzkraut: Die Gefahr lauert auf der Koppel

Jakobskreuzkraut gehört auf keine Weide - (c) CHICO

In ein paar Wochen startet die bei Pferd und Halter lang ersehnte Weidesaison in ihre nächste Runde. Für Mensch und Tier zweifellos ein Grund zur Freude. Diese wurde und wird seit einigen Jahren jedoch immer mehr getrübt.

Durch die sprunghafte Ausbreitung des geführchteten Jacobskreuzkrautes erleiden immer mehr Weidetiere eine Vergiftung, die auch zum Tod führen kann. Besonders betroffen sind Pferde, doch auch Rinder sind stärker gefährdet als andere Pflanzenfresser. Während bei Pferden schon eine aufgenommene Menge von 40 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sein kann, liegt die tödliche Dosis bei einem Schaf bei der hunderfachen Menge. Das tückische an der Situation ist, dass sich die toxische Pflanze ebenso im Heu oder der Silage befinden kann. Ist das der Fall, wird sie von den Tieren mit aufgenommen, da sie im Heu oder der Silage nicht mehr bitter schmeckt. In frischem Zustand, schmecken Keuzkräuter sehr bitter und werden von Pferden in der Regel nicht angerührt. Allerdings sollte sich kein Pferdebesitzer darauf verlassen.

Insgesamt gibt es in Deutschland cirka 25 definierte Arten von Kreuzkraut. Giftig sind alle, die einen mehr, die anderen weniger. Die fatalste Wirkung hat jedoch das Jacobskreuzkraut. Dabei wirkt die gelbe Pflanze, die 30 bis 120 Zentimeter hoch werden und deren Blüten exakt 13 unbehaarte Blütenblätter mit schwarzer Spitze aufweisen, indirekt toxisch. Zur Erklärung: Kreuzkräuter enthalten Pyrolizidinalkaloide. Diese weden durch Enzyme in der Leber zu Giftstoffen umgewandelt, die sich wiederum in der Leber anreichern und zu chronischen Krankheitsprozessen führen.

Die Symptome der Seneciose, die auch Schweinsberger Krankheit genannt wird sind eine nachlassende Kondition, reduzierte Futteraufnahme beziehungsweise Gewichtsverlust aufgrund der Futterverweigerung, Teilnahmslosigkeit, Kolik oder kolikartige Beschwerden, Verstopfung oder blutiger Durchfall. Lecksucht, häufiges Gähnen, Schwellungen oder Rötungen an den Abzeichen, Sonnenbrand, Haarausfall bis zu großflächigen Hautablösungen, toxische Hufrehe, zielloses Umherwandern, unkooridinierte Bewegungen, Gelbfärbung der Lidbindehäute, hepatitisches Koma können sich bereits einige Tage nach der Aufnahme des Giftes bemerkbar machen. Schlimmstenfalls droht der Tod. Ein erkranktes Tier muss auch nicht zwangsweise alle Symptome zeigen. Und je nach der Menge sowie des Zeitraumes indem das Gift aufgenommen wird, können sich die Symptome schleichend entwickeln.

Bei einem Pony kann bereits die Aufnahme von vier Kilogramm frischem und 500 Gramm trockenem Jakobskreuzkraut tödlich sein. Bei einem Großpferd liegt die tödliche Dosis ungefähr bei 20 Kilogramm frischem oder drei Kilogramm getrocknetem Kreuzkraut. Die wirksamste Maßnahme gegen eine Vergiftung ist die Eindämmung der gefährlichen Pflanze, die sich genau dadurch so sprunghaft vermehren kann, weil sie von den Tieren in der Regel gemieden wird und dadurch öfter aussamt. Betroffene Koppeln sollten spätestens bei Blühbeginn gemäht werden – ebenso die Nachmahd. Treten einzelne Pflanzen auf, ist die mechanische Bekämpfung durch Außreißen oder Ausstechen am effektivsten. Zur eigenen Sicherheit sollten bei dieser Arbeit unbedingt Handschuhe getragen werden.

Gefährliches Jakobskreuzkraut

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