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Rüstig ja, Rentner nein

Pferdesenioren möchten eine Aufgabe und nicht zum alten Eisen gehören

Mit über 20 noch unterm Sattel - aber sicher, wenn Rücken, Sehnen und Gelenke es zulassen - (c) Chico

Wer rastet, rostet. Das gilt auch für Pferde. Aber häufig werden die Tiere, sobald die Leistungsfähigkeit nachlässt oder eine bestimmte Altersgrenze überschritten ist, aus ihrer täglichen Routine herausgenommen. Von einem Tag auf den anderen sollen sie ein glückliches Rentnerdasein führen. Meist baut ein Pferd nach der Umsiedlung auf das sogenannte Altenteil nach erstaunlich kurzer Zeit körperlich wie mental ab. Das Gefühl nun nicht mehr gebraucht zu werden, macht ihnen viel mehr zu schaffen, als manche erahnen.

Natürlich ist der tägliche Koppelgang und viel gemächliche Bewegung an der frischen Luft sowie der intensive Kontakt mit den Artgenossen für die Tiere essenziell. Das gilt für alte Pferde ebenso, wie für ihre jüngeren Kollegen. Dennoch ist für sie die Ansprache durch einen Menschen ungeheuer wichtig. Vor allem, wenn sie ihr Leben lang regelmäßig trainiert und gearbeitet wurden.

So freut sich ein Pferdesenior mit Sicherheit über einen Spaziergang, sei es unter dem Sattel, als Führpferd oder auch als Handpferd, wenn es mit dem Reitpferd vertraut ist. Auch wenn die Gelenke vielleicht schon etwas steif sind, können viele ältere Pferde noch auf dem Platz oder in der Halle geritten werden. Gut ausgebildete Tiere fortgeschrittenen Semesters sind im übrigen hervorragende Lehrmeister und können einem weniger erfahrenen Reiter sehr viel beibringen. Natürlich sollte immer darauf geachtet werden, dass das Pferd keinesfalls überfordert wird. Starkes Schwitzen und Keuchen sollte in jedem Fall vermieden werden. Grundsätzlich ist es ratsam immer wieder einige Runden Schritt einzubauen. Und wenn der Rücken nicht mehr so gut mitmacht und das Reitergewicht Probleme bereitet, ist es vielleicht an der Zeit andere Dinge auszuprobieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Bodenarbeit?

Manche Pferde finden es dank der Gelassenheit ihres Alters ganz großartig, wenn sie Kinder spazieren tragen dürfen. Sie sind dann oftmals besonders vorsichtig und behutsam. Dazu brauchen sie auch keinen Sattel. Ein Voltigiergurt und eine dicke Schabracke darunter sind ohnehin viel praktischer, da sich die Kinder besser festhalten können und sich auf dem Pferderücken noch sicherer fühlen.

Natürlich spricht auch nichts dagegen, wenn sie den ein oder anderen reinen Koppeltag mit ihren Pferdekumpels verbringen ohne einen anderen Zeitvertreib als Grasen, Fellkraulen und umherwandern oder vielleicht sogar spielen. Es ist jedoch unbestritten, dass sie bei regelmäßiger Beschäftigung einfach weniger schnell abbauen und insgesamt zufriedener sind.

Manchmal ist es für die Tiere auch einfach nur schön, wenn sie von der Weide geholt und ausgiebig geputzt werden. Vor allem das Aufrauhen mit dem Striegel regt die Durchblutung der Haut und des Unterhautbindegewebes an und zudem schütten auch Pferde als soziale Säugetiere bereits beim geputzt werden das sogenannte „Wohlfühlhormon“ Oxytocin aus. Somit spielt das Putzen eine große Rolle für das Wohlbefinden.

Insgesamt liebt ein Pferdesenior einfach wichtig zu sein und eine Aufgabe zu haben. Dass ältere Pferde darüber hinaus noch weitere Ansprüche an ihre Halter stellen, ist wieder ein anderes Thema. 

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