Sie befinden sich hier:
 

Illegaler Tierhandel

27 Katzenwelpen in Bayern beschlagnahmt

Die Katzenwelpen waren sichtlich geschwächt - (c) Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern

Ein aktueller Fall, der sich am 9. Dezember 2016 am Grenzübergang Waidhaus in Bayern ereignete, zeigt: Auch Katzenwelpen werden illegal gehandelt. So wurden insgesamt 27 Katzenbabys, die sich in einem Fahrzeug aus der Ukraine befanden, von den Behörden beschlagnahmt.

Laut der mitgeführten Papiere, die offensichtlich gefälscht waren, sollten die Kätzchen zwischen acht und zehn Wochen alt sein. Wie so oft, in diesem mit großem Tierleid verbundenen Geschäft, sind die Tiere jedoch jünger. Die für die Einreise vorgeschriebene Tollwutimpfung kann also in keinem Fall vorliegen. Wie schon oft bei von den Behörden aufgegriffenen, illegalen Welpentransporten, sprang auch dieses Mal das Tierheim Feucht in die Bresche und nahm die sichtlich mitgenommenen, und dehydrierten Katzenwelpen auf.

Vermutlich waren die jungen Tiere für das Weihnachtsgeschäft gedacht gewesen und wurden deshalb auf die lange, strapaziöse Reise aus der Ukraine zu ihren Bestimmungsorten geschickt. „Gerade zur Weihnachtszeit können wir nur immer wieder appellieren, keine Tiere – weder Hunde- noch Katzenwelpen oder andere Tierarten – aus dubiosen Quellen zu kaufen“, sagt Andreas Brucker vom Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes, der die Katzenwelpen in Empfang genommen und ins Tierheim Feucht gebracht hatte. „Zwei der Boxen im Transporter waren leer, weshalb wir davon ausgehen, dass weitere 15 bis 20 Katzenwelpen bereits verkauft waren – vermutlich als Weihnachtsgeschenke.“

Der Ernährungszustand aller Tiere war mehr schlecht als recht. Bei allen konnten die Tierschützer deutlich einen Wurmbauch erkennen. Ein erstes Kätzchen konnte schon bald nach der Ankunft im Tierheim Feucht nicht mehr selbstständig fressen und musste gefüttert werden. Das deutet wieder einmal darauf hin, dass die als Ware angesehenen jungen Tiere vor ihrem Reiseantritt "fit gespritzt" wurden. Auch diese Maßnahme findet beim illegalen Handel mit Tieren immer wieder Anwendung.

Im Tierheim kamen die kleinen Katzen sofort in Quarantäne, um sie und die anderen Katzen im Tierheim vor potenziellen Infektionen zu schützen. Sie hatten wohl während der ganzen Fahrt nichts zu trinken oder zu fressen bekommen. Sie zeigten sich sehr hungrig und durstig. Nachdem die neuen Gäste gut versorgt waren, wurden von allen Kotproben genommen, die auf Darmparasiten wie z.B. Würmer, Giardien oder Kokzidien untersucht werden. Weitere Untersuchungen folgen natürlich, sind doch auch schwerere Infektionskrankheiten in solchen Fällen nie auszuschließen.

Nachdem einige der Tiere bereits 36 Stunden nach ihrer Aufnahme im Tierheim Feucht deutliche Anzeichen von Schwäche zeigten, werden sie vermutlich eine noch längere Zeit in Quarantäne gehalten werden. Sie können daher nicht besichtigt werden, und es ist noch lange nicht an eine Vermittlung an neue Besitzer zu denken. Das Tierheim bittet darum, von Anfragen in dieser Richtung abzusehen; es kann auch keine Vormerkungsliste geführt werden.

Wer den Katzenbabys helfen möchte, kann das Tierheim mit Bettlaken und Badetüchern, möglichst aus Baumwolle oder Leinen, versorgen. Und die Katzenkinder freuen sich natürlich über Kitten-Futter. Auch Geldspenden sind willkommen: Die Bankverbindung des Tierheims lautet: Raiffeisenbank Burgthann, BIC: GENODEF1BTO, IBAN: DE37 760 695 64 0000 833 100, Stichwort „Katzentransport“. Wer möchte, kann auch unkompliziert die Spendenhotline des Tierheims aus dem deutschen Festnetz anrufen. Jeder Anruf bei 09001 - 91 00 00 spendet 5 Euro an das Tierheim Feucht

Infos: www.tierheim-feucht.de

Eine Datenauswertung des Deutschen Tierschutzbundes zum illegalen Handel mit Hunden und Katzen in Deutschland aus den Jahren 2014 und 2015 können Sie hier herunterladen: www.tierschutzbund.de/welpenhandel

Beschlagnahmte Katzenwelpen

Zurück