Sie befinden sich hier:
  • Aktuelles
  • >
  • Keine Entwarnung trotz neuer Zahlen
 

Keine Entwarnung trotz neuer Zahlen

Auf Sumatra leben mehr Orang-Utans als angenommen

Orang-Utans geraten durch den Verlust ihres Lebensraumes immer mehr in Bedrängnis - (c) naturepl.com / Tim Laman / WWF

Volkszählung im Regenwald: Laut einem Bericht in dem US-Fachmagazin "Science Advance" liegt die Anzahl der gefährdeten Menschenaffen mit rund 14.000 Exemplaren mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich angenommen. Ein Grund zur Freude, sagt der WWF, aber kein Grund zur Entwarnung.

Carola Wehr, Südostasien Expertin beim WWF Deutschland, klärt auf: „Es haben nicht wirklich mehr Tiere überlebt, sondern man hat vor allem in Regionen Menschenaffen entdeckt, wo man sie bislang nicht vermutete.“ Dies betreffe insbesondere Populationen in Höhenlagen von über 900 Metern. Ob die Tiere wegen des Drucks auf ihren Lebensraum dorthin ausgewichen sind oder hier schon immer heimisch waren, müsse näher untersucht werden.

Orang-Utans gehören laut WWF nach wie vor zu den hochbedrohten Arten. Wenn die Abholzung der Regenwälder nicht gestoppt werde, seien die Menschenaffen dem Tode geweiht und könnten allenfalls im Zoo überleben. „Da ihr Lebensraum zunehmend zerstört wird, leben schon heute viele der Tiere in Auffangstationen. Gleichzeitig fehlt eine Perspektive für ein Leben in Freiheit“, so Carola Wehr vom WWF.

Eine Auswilderung von in Auffangstationen lebenden Tieren ist nach Aussagen von Experten extrem schwierig. Leider gebe es kaum noch geeignete Wälder, wo Artenschützer die Tiere wieder in die Freiheit entlassen könnten. Orang-Utans sind nur noch auf Sumatra und Borneo zu finden. Insgesamt wird ihr Bestand unter Berücksichtigung der aktuellen Zählung auf etwa 65.000 Tiere geschätzt.

Der WWF betont: „Das Überleben der Art hängt nicht allein von der Anzahl der Tiere ab. Entscheidend ist der Erhalt ihres Lebensraumes. Doch genau hier liegt das Problem: In Indonesien fressen sich die Kettensägen immer tiefer in die Regenwälder. Nach Angaben der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ging die Waldfläche zwischen 1990 und 2010 um 24 Millionen Hektar zurück. Das entspricht in etwa der Fläche Großbritanniens. Die Wälder werden geopfert, um Platz zu schaffen für Palmöl- und Papierplantagen. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert der WWF die Ausweisung und Vernetzung von Schutzgebieten sowie Landnutzungskonzepte, die eine nachhaltige Produktion von Palmöl und anderen Agrarrohstoffen ermöglichen.

Infos: wwf.de


 

 

Zurück