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Zwischen Bangen und Hoffen

Kater Timmy kämpft sich zurück ins Leben

Timmy liebt seine Freiheit über alles (c) Uschi Apfelbaum

Der junge, schwarze Kater war der unangefochtene König seines Reviers. Freiheitsliebend, stolz und immer voller Tatendrang - bis ihn ein Auto erfasste. Zwei Beine waren gebrochen. Am rechten Vorderbein zog sich die Samtpfote einen offenen Bruch zu. Zwar blieben die inneren Organe unverletzt, dennoch schwebte das vierbeinige Unfallopfer in akuter Lebensgefahr.

Als Uschi Apfelbaum ihren „Gemeinschaftskater“ fand, glaubte sie zunächst nicht, dass er gerettet werden könnte. Dramatische Minuten und Stunden folgten. Nachdem die Tierärztin Dr. Angela Hefti den Patienten stabiliseren konnte, sah dieser die beiden über ihn gebeugten Frauen an, als wollte er sagen: „Hallo? Wann unternimmt hier einer was?“ Ohne ein Wort miteinander zu wechseln war beiden klar, dass hier ein kleiner Kämpfer vor ihnen lag, der sich selbst auf keinen Fall aufgeben wollte. Auf dem Weg in die Tierklinik stiegen erste Zweifel in ihr hoch. „Tat sie wirklich das richtige? Würde er wieder gesund werden? Wenn ja, sollte sie dem Tier diesen langen Genesungsweg zumuten?“

Dazu kam, dass Timmys eigentliche Besitzerin in Augsburg lebt. Diese hatte den jungen Kater vor über zwei zu einer Freundin, der Nachbarin von Uschi Apfelbaum, in Pflege gegeben, da er mit dem Leben als reiner Wohnungskater sehr unglücklich war. In ländlicher Umgebung genoß Timmy seine Streifzüge über Wiesen und Felder und er hatte das große Glück nun zwei Ersatzfrauchen gefunden zu haben auf die er seine Zuneigung großzügig verteilte. In der Klinik angekommen wurde die Vorgehensweise besprochen und eine Entscheidung getroffen. Timmy sollte operiert werden, die hohen OP-Kosten würden sie schon irgendwie begleichen können.

Nun, jeder der ein Tier hat, das schon mal krank war weiß, Tierarztkosten können sich manchmal explosionsartig vermehren. So war es auch bei Timmy. Alle zwei bis drei Tage ein Verbandswechsel, danach noch eine Operation, in der die Fixateure entfernt werden sollten. Nachdem sie gemeinsam mit Timmy diesen Weg eingeschlagen hatte, wollte Uschi Apfelbaum ihn keinesfalls aufgeben und machte sich auf die Suche nach tierlieben Menschen, die den tapferen Kater unterstützten.

Schließlich fand sie Hilfe bei zwei Vereinen, den Pfotenhelfern aus Puchheim www.pfotenhelfer-ev.de und den Samtpfoten www.samtpfoten-ries.de. Auch eine bekannte Tierzeitschrift veröffentlichte Timmys Geschichte. Zwar sind noch immer nicht alle Kosten gedeckt, aber die Hilfsbereitschaft wildfremder Menschen, tat allen Beteiligten gut und ließ sie neuen Mut fassen.

Und was tat Timmy in der Zwischenzeit? Er strengte sich an, gesund zu werden. Aus dem ungestümen Kater, der sich einst an der Wohnungseinrichtung seines Frauchens Nummer eins vergriff, war ein vorbildlicher Patient geworden, der jede Behandlung, jede Spritze, jeden Verbandswechsel und jeden Transport zum Tierarzt mit eiserner Geduld und blindem Vertrauen ertrug. Selbst die wochenlange Gefangenschaft in einem Käfig übertstand der schwarze Kater dank etlicher Streicheleinheiten ohne murren. Es schien, als wusste er genau worum es ging und als wollte er seiner Retterin sagen: „Ja, du hast die richtige Entscheidung getroffen.“

Später ersetzte ein kleineres Zimmer den Käfig. Die Fixateure wurden entfernt und Timmy unternahm seine ersten kleinen Rundgänge durch sein Krankenzimmer. Danach folgten schon Ausflüge durch das ganze Haus. Schließlich wollen seine Muskeln trainiert werden. Bei ausgiebigen Spieleinheiten stellt Timmy heute seine wieder erlangte Lebensfreude unter Beweis. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis der tapfere Kerl wieder frische Luft schnuppern und das erste Mal seit November 2014 sein Revier neu erkunden darf. Der Kater mit dem Kämpfer-Herz hat gewonnen und wird letztendlich mit seiner heißgeliebten Freiheit belohnt. Was für ein Happy End.

Sicherlich ist Timmy der eigentliche Held dieser Geschichte. Ohne seine zweibeinige Retterin und die vielen anderen Menschen, die um ihn bangten und die OP-Kosten finanziell mittrugen, würde der schwarze Kater heute nicht mehr durch sein Revier streifen.

Timmys langer Weg

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