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RIP Dan und Zanto

Das dänische Hundegesetz und die Frage nach dem Warum

Mögen Dan und Zanto in Frieden ruhen (c) - Jeanette Dietl - Fotolia.com

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht verstehen. Muss man auch nicht. Das 2010 in Kraft getretene dänische Hundegesetz gehört eindeutig in diese Kategorie. Seit dem 1. Juli 2010 ist die Zucht, Haltung und Einfuhr von 13 Hunderassen verboten. Tiere, die einer verbotenen Rasse angehören, wie zum Beispiel die Amerikanische Bulldogge, der Amerikanische Staffordshire Terrier oder der Dogo Argentino werden beschlagnahmt und getötet. Es sei denn, sie wurden vor dem 17. März 2010 angeschafft. Für den Pitbull Terrier und den Tosa Inu gilt diese Ausnahmeregelung nicht. Die Haltung dieser Rasse war bereits vorher verboten. Das Gesetz betrifft auch Mischlinge aus einer der 13 Rassen. Diese Tatsache ist einer Einladung zur Willkür gleichzusetzen.

Das Ausmaß von Dans Verzweiflung, als die Polizei seinen geliebten Hund Zanto beschlagnahmte, muss unvorstellbar gewesen sein. Als er darauf acht Tage Zeit bekam, um zu beweisen, dass der dreijährige Rüde keiner verbotenen Rasse angehört, ist diese Verzweiflung angesichts der Aussichtslosigkeit des Unterfangens wohl ins Unermessliche gestiegen. Es ist schlichtweg unmöglich in acht Tagen einen Gegenbeweis zu erbringen. Das macht die sogenannte "umgekehrte Beweislast" zu einer unmenschlichen Farce, die den Leidensdruck betroffener Menschen nur weiter erhöht.

Dan ist an dem Verlust zerbrochen und nahm sich das Leben. Zanto, ein Hund der niemals auffällig wurde, der eine unglaublich enge Bindung zu seinem 27-jährigen Herrchen hatte, wurde kurz darauf eingeschläfert. Alle Rettungsversuche liefen ins Leere. Wie so oft seit der Einführung des höchst umstrittenen Hundegesetzes. Mit dem gewaltigen Unterschied, dass mit Dan ein junger Mann gestorben ist. Für ihn war Zanto ein über alles geliebtes Familienmitglied. Das haben die Behörden nicht begriffen. Das hat auch der Mensch, der Dan und Zanto bei der Polizei angezeigt hatte, nicht begriffen.

Die Geschichte des jungen Dänen Dan und seines Hundes Zanto ist so unsinnig und tragisch, dass man nicht anders kann, als um die beiden zu trauern, auch wenn man ihnen nie begegnet ist. Unwillkürlich drängt sich die Frage nach dem Warum auf. Warum hat es nur soweit kommen müssen? Das war doch vorhersehbar. Früher oder später musste dieses Gesetz, dass jedwede wissenschaftliche Grundlage vermissen lässt, einen Hundebesitzer zu einer Verzweiflungstat treiben.

Warum halten Politiker an einem Gesetz fest, das bereits vor seiner Einführung eine große Protestwelle auslöste, die nach der Tragödie um Dan und Zanto weiter ansteigen wird? Warum wird eine etwaige Gefährlichkeit eines Hundes nicht geprüft, sondern aufgrund einer Ähnlichkeit zu einer als illegal erklärten Rasse beschlossen? Warum werden Moral und Menschlichkeit gnadenlos über Bord geworfen?

Es sind Fragen auf die es keine Antworten gibt. So wie es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die man nicht verstehen kann. Auf Facebook hatte ein User geschrieben, dass Dan und Zanto auf tragische Weise wieder vereint seien. Das mag für manche ein tröstlicher Gedanke sein, wenn auch nur ein schwacher.

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